Osteoporose

Unser Skelett ist das Gerüst und der Schutzpanzer für unsere lebenswichtigen Organe. Wenn unsere Knochen brüchig werden, kann das fatale Folgen haben. Lilly setzt sich seit mehr als 20 Jahren in Fachkreisen und in der breiteren Öffentlichkeit dafür ein, dass die meist schleichend verlaufende Volkskrankheit Osteoporose rechtzeitig erkannt wird und behandelt werden kann. Für die Therapie der Osteoporose haben wir zukunftsweisende Medikamente entwickelt – denn jeder Wirbel zählt.

Was ist Osteoporose?

Per Definitionem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Osteoporose<sup>1,2</sup> eine Skeletterkrankung, im Volksmund: "Knochenschwund", die durch eine niedrige Knochenmasse und durch eine Störung der Mikroarchitektur des Knochengewebes, mit daraus resultierender Knochenbrüchigkeit und steigendem Fraktur-Risiko charakterisiert ist.

Etwa bis zum 30. Lebensjahr bauen wir Knochenmasse auf. Diese bleibt im Normalfall bis ca. zum 50. Lebensjahr konstant, danach nimmt sie auch beim gesunden Menschen ab. Ist der Abbau stärker als „normal” und auch die Feinstruktur des Knochens gestört, spricht man von Osteoporose. Osteoporose ist die häufigste Erkrankung des Knochenstoffwechsels und kann lange unbemerkt bleiben. Experten schätzen, dass in Österreich ca. 370.000 Frauen und 90.000 Männer betroffen sind.<sup>3</sup>

Jeder Mensch verliert mit zunehmendem Alter an Knochensubstanz und somit auch an Knochenstärke. Bei Frauen schreitet der Knochenschwund in Zusammenhang mit der hormonellen Umstellung nach der Menopause schneller fort. Deshalb sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren von Osteoporose betroffen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Drittel aller Frauen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr und sogar zwei Drittel aller Frauen nach dem 80. Lebensjahr von Osteoporose betroffen sind. Osteoporose ist eine Krankheit, die oft lange unbemerkt bleibt. Bei der Osteoporose verliert der Knochen an Masse, das heißt, er wird leichter, schwächer und buchstäblich zerbrechlicher.

In jedem von uns findet lebenslang ein ständiger Prozess des Knochenumbaus statt. Dabei wird bestehender Knochen abgebaut und neuer Knochen aufgebaut. Dieser Prozess wird als Knochenumbau-Zyklus bezeichnet.

Umbauprozess im gesunden Knochen

Gesundes Knochengewebe wird ständig umgebaut. Zunächst wird altes Knochengewebe durch Knochenabbau-Zellen (Osteoklasten) aufgelöst. Es entsteht vorübergehend eine Mulde in der Knochengrundsubstanz (Knochenmatrix).

Dann rücken die Knochenaufbau-Zellen (Osteoblasten) nach und füllen die defekte Stelle wieder mit neuem Knochengewebe auf.

Die defekte Stelle ist beseitigt, der Knochen ist repariert. Im gesunden Knochen werden diese Reparaturen ständig durchgeführt. So bleibt die Stabilität des Knochens erhalten.

Mit zunehmendem Alter verändert sich der ursprünglich ausgewogene Knochenumbau-Zyklus, so dass mehr Knochen abgebaut als aufgebaut wird. Für einige Menschen endet dies in der Osteoporose.

Gestörter Knochenumbau bei Osteoporose

Bei Osteoporose sind Knochenabbau-Zellen (Osteoklasten) übermäßig aktiv und bauen an vielen Stellen zuviel Knochen ab.

Die Knochenaufbau-Zellen (Osteoblasten) versuchen den jeweiligen Defekt zu reparieren.

Die Knochenaufbau-Zellen schaffen es nicht, die vielen defekten Stellen wieder vollständig mit neuem Knochengewebe aufzufüllen. Die Knochenmasse nimmt ab, der Knochen verliert seine Stabilität.

Wenn Osteoporose unbehandelt bleibt, wird der Knochen zunehmend dünn und brüchig. Dadurch erhöht sich das Risiko eines Knochenbruchs erheblich.

Klinische Merkmale

Für die Osteoporose typisch sind Brüche der Wirbelkörper, des Oberschenkelhalses sowie des Unterarmes nahe am Handgelenk.

Osteoporotische Knochenbrüche (Frakturen) können in Situationen auftreten, bei denen ein gesunder Knochen nicht brechen würde: ein Fall aus dem Stand, eine Abstützreaktion am Treppengeländer, beim Niesen etc. Einfache Bewegungen, z.B. wenn Sie die Einkaufstasche heben oder Ihr Enkelkind auf die Arme nehmen, können schon zu einer Fraktur führen. Wenn Sie bereits eine Fraktur gehabt haben, ist Ihr Risiko, eine weitere Fraktur zu erleiden, sogar noch größer.

Bei Patienten mit Osteoporose und Wirbelkörperbrüchen kann es zu Verformungen der Wirbelsäule kommen, die zum so genannten Witwenbuckel führen. Die Verformung der Wirbelsäule kann dann unter Umständen die Atmungsfunktion einschränken und auch zu problematischen Verlagerungen der inneren Organe führen. Es können auch Schmerzen auftreten, zum Beispiel wenn die Rippenbögen durch die gekrümmte Haltung an den Beckenschaufeln reiben.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für Osteoporose bei Männern und Frauen sind unter anderem<sup>4</sup>:

- Geschlecht (Männer haben ein etwa 50% niedrigeres Risiko für osteoporotische Knochenbrüche als Frauen)

- Lebensalter (mit jeder Dekade verdoppelt sich das Risiko für neue Knochenbrüche)

- Knochenbruch nach Bagatell-Unfall

- Osteoporose bei Blutsverwandten

- zwei oder mehr Stürze in den letzten 12 Monaten ohne ersichtlichen Grund

- Immobilität (erhebliche Einschränkung Ihrer körperlichen Aktivität)

- Nikotinkonsum

- Untergewicht (BMI < 20)

- Sie haben oder sollen länger als 3 Monate eine Kortisonbehandlung erhalten

- spezielle Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Epilepsie oder eine Schilddrüsenüberfunktion

Referenzen:

  1. Häussler B et al., Osteoporos Int 2007, 18: 77-84

  2. International Osteoporosis Foundation, IOF: www.iofbonehealth.org/osteoporosis-musculoskeletal-disorders (zuletzt abgerufen am 11.09.2020)

  3. www.oegkm.at/knochen/osteoporose (zuletzt abgerufen am 17.09.2020)

  4. DVO Leitlinie Osteoporose: dv-osteologie.org/osteoporose-leitlinien (zuletzt abgerufen am 11.09.2020)